Crazy 3×3

Den Crazy Megaminx habe ich ja vor 3 Tagen schon gezeigt; nun ist sein kleiner Bruder dran, der Sengso Crazy 3×3 (SO078). Auch er löst die äußeren Steine genau wie man es vom entsprechenden „uncrazy“ Puzzle kennt, hier also wie ein normaler 3×3. Und auch er hat diese innen liegenden Mini-Teile, die ich aufgrund ihrer Form und Größe im Crazy-Megaminx-Artikel „Pinienkerne“ genannt habe. Manchmal nenn ich die kleinen Dinger aber auch einfach nur „Minis“.

Auch hier gilt das bereits beschriebene Drehverhalten: Wenn man eine Seite dreht, bleiben der Center und die Pinienkerne dieser Seite stehen, aber die seitlichen Pinienkerne dieses Layers werden mitgedreht. Hier auf dem Foto würde also eine U-Drehung die 4 weißen Pinienkerne stehen lassen, aber die 4 seitlichen Pinienkerne, die momentan nicht gelöst sind, mitnehmen.

Wie man sieht, sind die seitlichen Minis des oberen Layers wie die Kanten eines H-Perm vertauscht, also paarweise gegenüber getauscht. Allerdings erreicht man dies nicht durch einen H-Perm (auch nicht durch einen doppelten), sondern durch einen doppelten T-Perm:

🔸T-Perm: (R U R‘ U‘) (R‘ F R2) (U‘ R‘ U‘) (R U R‘ F‘) 2mal

Spannender ist, was die U-Perms machen, wenn man sie 3fach ausführt (damit die äußeren Steine wieder stimmen): Ein dreifacher U-Perm positioniert die seitlichen Pinienkerne des oberen Layers und die seitlichen Pinienkerne des rechten Layers neu, und zwar um je eine Position:

🔸Ua Perm: (R U’ R U R U R U’ R’ U’ R2) 3mal
rotiert die oberen Minis im Uhrzeigersinn und die rechten Minis gegen den Uhrzeigersinn.
🔸Ub Perm: (R2 U R U R‘ U‘ R‘ U‘ R‘ U R‘) 3mal
rotiert die oberen Minis gegen den Uhrzeigersinn und die rechten Minis im Uhrzeigersinn.

Um die Drehrichtung würde ich mir aber beim Lösen eher keine Gedanken machen. Falls man genau den falschen erwischt hat (oder falls z.B. beide Pinienkern-Ringe in die gleiche Richtung gedreht werden müssen), dann kann man das ja schnell mit dem doppelten T-Perm beheben. Nehmt also einfach den U-Perm, den Ihr am besten könnt; bei mir ist das der Erste.

Bisher haben T-Perm und U-Perm beim Crazy 3×3 immer gereicht, um die Minis zu lösen. Es ist auch nicht sonderlich schwer zu erkennen, wie das geht. Offenbar bewegen sich die Pinienkerne immer geordnet in Ringen (bzw. Orbits). Selbst bei einem gründlich gescrambelten Crazy 3×3 stellt man fest, dass gegenüberliegende Minis immer Gegenfarben haben und dass die 4 Minis eines Rings immer dem Standard-Farbschema entsprechen.

Mit wenigen Drehungen kann man daher einen beliebig gescrambelten Crazy 3×3 mit großen runden Centerfeldern ausstatten. Die sonstigen Kreise auf dem Foto stammen allerdings von dem neuen Fensterschmuck, den meine Partnerin Doro aufgeklebt hat. Zum Glück färbt der Crazy 3×3 nicht auf dem Laminat ab. 😊

Abschließend noch ein Tipp, falls Euch ◽Crazy 3×3 und ◽Crazy Megaminx gefallen: Ihr bekommt sie beide für derzeit unter 7 Euro netto bei ZiiCube. Mit Steuer und Versand werden mir knapp 23 Euro angezeigt (wenn ich eingeloggt bin). Und wenn Ihr auf der Website nach Crazy sucht, werdet Ihr feststellen, dass Sengso und andere Hersteller noch ganz andere Crazy Cubes entwickelt haben. Während Non-Cuber vermutlich alle Twisty Puzzles als Crazy bezeichnen, haben wir Cuber also tatsächlich Crazy Cubes im Portfolio.

Nachtrag (24.05.2022): Nun gibt es im Freshcuber-Blog auch ein 🔸Lösungs-Tutorial für den Sengso Crazy 3×3. Ein Video, das sowohl den oben skizzierten Lösungsweg zeigt, als auch die zweite Methode, die auch beim Crazy Megaminx funktioniert.

5 Kommentare zu „Crazy 3×3“

  1. Danke für die Beschreibungen. Bisher hatte ich dieses Crazy Zeugs ignoriert, jetzt werde ich es doch mal probieren. Dann kann ich gleich noch ein oder zwei GAN Mirror mitbestellen, damit es sich auch lohnt.

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  2. Inzwischen habe ich es ein paar mal ausprobiert: Man kann die Innenteile zunächst komplett ignorieren, und ist dann völlig frei bei der Wahl der Algorithmen.
    Am Ende korrigiert man die Innenteile mit „handelsüblichen“ Center-Algorithmen. Oder die Speedcuber-Variante: Mit schrägen Kombinationen von Algorithmen, die dann am Ende nichts an den normalen Steinen bewirken, aber als Kollateralschäden bestimmte Center drehen.

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