Mein erster „japanischer“ Cube

Wer öfters in diversen Cubing-Gruppen auf Reddit, Facebook etc. herumstöbert, findet gefühlt fast unter jedem Bild, das einen Cube mit ungewöhnlichem Farbschema zeigt (Cartoon, Shirt-Motiv, etc.), irgendeinen Schlauberger, der verkündet, der Cube sei impossible, unmöglich. Da sei ja eine Ecke oder Kante mit Gelb und Weiß im Bild. Oder mit Grün und Blau auf einem Stein. Das könne ja gar nicht sein…

Um solche Leute zu triggern 😉 hat Rubik’s bereits ab 1980 das „japanische Farbschema“ unters Volk gebracht. In Folge 29 und 30 des Freshcuber-Podcasts habe ich dies schon besprochen. Die ersten Cubes, die nur in Ungarn von 1977 an verkauft wurden (Büvös Kocka), hatten das noch heute üblichste Farbschema mit Gelb gegenüber Weiß, Rot gegenüber Orange, Blau gegenüber Grün. Doch als ab 1980 der Rubik’s Cube die ganze Welt eroberte, wurden viele Cubes auch anders beklebt, nämlich mit Blau und Gelb vertauscht. Warum auch immer; später ging dies jedenfalls als „japanisches Farbschema“ in die Cubing-Geschichte ein.

Der älteste Cube, den ich mit dieser Farb-Anordnung habe, ist der rechts zu sehende originale Rubik’s Cube. Kann gut sein, dass er von 1980 ist. Ich weiss nicht genau, wann Rubik’s welches Logo aufgedruckt hat.

Jedenfalls ist der Cube optisch in sehr gutem Zustand, aber er dreht sich höllenschwer. Das ist wohl auch der Grund, warum ich ihn beim Dutch Cube Day 2019 für nen Euro oder so aus der Grabbelkiste eines Ausstellers gekauft habe. Ich suchte nen möglichst schwergängigen Rubik’s. Eigentlich wollte ich ihn in einem spaßigen Video verhunzen, aber dafür bräuchte ich (leihweise) einen Maulschlüssel mit 60mm Schlüsselweite, und den hab ich bisher nicht. Und eigentlich ist dieses optisch perfekte Exemplar auch zu schade für Schraubstock und Gabelschlüssel. 🙂

In meiner Sammlung trägt er die Nummer 3C001, denn er ist der erste Cube in meiner Kategorie 3C (3×3 Farbvarianten). Dort katalogisiere ich alle Cubes ein, die zwar die klassische 3×3-Form und -Mechanik haben, aber sich äußerlich durch andere Farben unterscheiden.

Dieser Cube wäre theoretisch für WCA-Competitions noch immer zugelassen, weil er ja nicht wie mein erster Zauberwürfel durch irgendwelche Kerben verhunzt wurde. Aber weil er sich so übel dreht, und ich ihn aber auch nicht luben möchte, werde ich wohl darauf verzichten. Im Übrigen könnte der Delegate nach Regel 3j1 die Teilnahme mit diesem Cube verbieten. Die Scrambler wären ihm seeeehr dankbar. 🙂

9 Kommentare zu „Mein erster „japanischer“ Cube“

  1. Maulschlüssel? Ich glühe vor Begeisterung, was für eine tolle Idee für Fotos. Habe gerade nachgeschaut: Einen schnöden Einmaulschlüssel in 60mm bekommt man schon für 20 Euro, und Gabelringschlüssel gibt es sogar mit 57mm, also passend für aktuelle Würfel – und immerhin noch unter 50 Euro.
    Aber Vorsicht: Der Würfel passt nur in die Gabel, nicht in den Ring. Zum Umrechnen von Quadrat über Sechseck auf Zwölfeck bin ich im Moment zu faul, die Preise für die Schlüssel werden ohnehin stark zunehmend höher…

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    1. Da hat mich doch noch der sportliche Ehrgeiz gepackt: Für Vierkant in Ringschlüssel ist der theoretische Faktor Wurzel aus 1,6 – also ca. 1,265. Ein interessantes geometrisches Rätsel. In der Praxis passt ein Würfel aber in einen kleineren Ringschlüssel, unter anderem weil die Würfelkanten abgerundet sind. Faktor 1.25 dürfte eine gute Näherung sein.
      Aber ein Gabelschlüssel oder Maulschlüssel (je nach Region) ist der schönere Würfelhalter. Der universelle Würfelhalter wäre dann ein Rollgabelschlüssel mit Millimeterskala. Aus China für 8-70mm zum Einzelpreis von 11,49 Euro – als Werkzeug muss das Dingens dann ja nicht taugen. Ich werde berichten wie er sich macht, sobald er angekommen ist.
      Ein Fall zum Ausleihen wäre dann noch der 180mm Maulschlüssel für den HeShu 18cm Würfel. Neu käme so ein Schlüssel auf rund 2400 Euro (Achtung: 36kg Gewicht!). Wer kennt jemanden aus der Schwerindustrie?

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      1. Ich hab mal ein Foto gemacht von meiner Schwester neben einem ähnlich großen Schraubenschlüssel. Vielleicht hatte der Schlüsselweite 180, ich weiß es nicht. Jedenfalls war das auf der Dach-Etage des Kölner Doms.

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      2. Der Rollgabelschlüssel aus China ist schon angekommen, gerade noch rechtzeitig vor dem Inkrafttreten des neuen Zollgesetzes an DHL übergeben. Aluminium (vermutlich lackiert), leicht, völlig sauber (kein bisschen Schmiermittel), 71mm maximale Öffnung. Eigentlich perfekt, aber leider ist die Skala nicht ganz wie in der Produktabbildung, schlecht ablesbar, ohne Markierung, und nicht bis 74mm öffnend.
        Hier mal ein improvisierter Schnappschuss mit einem ShengShou Big Legend, der größte noch alltagstauchliche Würfel: http://www.hjreggel.net/fun/Rollgabelschluessel-70.jpg
        Abgelesen wird wohl an der rechten Kante der Schräge, im Bild der dunkle Bereich. Da müsste ich also erst mal eine eigene Skala und Ablesemarke drucken.
        Ansonsten habe ich nur einen Rollgabelschlüssel mit 62mm Maximaler Öffnung gefunden: Gusseisen, schwer, gut geschmiert, aber mit gut ablesbarer Skala mit Markierung.
        Somit grüble ich weiter an der idealen Präsentation verschiedener Würfelgrößen von 10-90mm. Wird wohl auf einzelne Maulschlüssel rauslaufen…
        Ach ja: Zum Einmaulschlüssel im Vierungsturm des Kölner Doms habe ich eine Längenangabe von 176cm gefunden, den Fotos nach könnte das mit 180mm Schlüsselweite tatsächlich hinkommen. Danke für den Hinweis!

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  2. Wie selten ist eigentlich das „Japanische“ Farbschema bei Würfeln höherer Ordnung?
    Kürzlich ist mir nämlich aufgefallen, dass ich einen Rubik’s Revenge mit diesem Farbschema habe. Auf einer weiß gegenüberliegenden blauen Innenecke „(c) I.T.C. 1982 MADE IN MACAU“ (dabei steht „I.T.C.“ für Ideal Toy Corporation).
    Prinzipiell scheinen Copyright und Herkunft wohl immer auf einem blauen Sticker zu sein, ich habe aber auch Fotos mit weiß/blauer Ecke gesehen, also „normales“ Farbschema.

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      1. Ja, das war von mir vielleicht etwas verklausuliert formuliert. Ich war in Gedanken in der „Altwelt“ versunken, da gab es nur Rubik’s Revenge und den Professor’s Cube. Damals war ja in den Köpfen von Quadrat- und Einheitskubusdenker ein 6x6x6 unmöglich. Immerhin gab es kreative Ideen, die dann während dem Drehen überhängenden Ecken nur mit Magneten zu halten.
        Die Frage bezog sich somit auf 4x4x4 und 5x5x5. Den 4er also durchaus öftern in Japanisch, den 5er vielleicht.
        Aus heutiger Sicht ist ja schon der V-Cube 6 „Vintage“ mit seinem lustigen Knack-Mechanismus. Aber er hat funktioniert, ohne Magnete, keine Abfallenden Ecken…

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